Deutscher Gewerkschaftsbund

Mitbestimmungsstruktur

Das vertikale Mitbestimmungssystem des Berufsbildungsgesetzes entspricht der gewerkschaftlichen Forderung nach Demokratisierung der Wirtschaft und der paritätischen Mitbestimmung der ArbeitnehmerInnen.

Die Zusammenarbeit auf Bundes-, Länder und Regionsebene geht von der gemeinsamen Verantwortung der Sozialpartner für die Planung, Durchführung und Weiterentwicklung der Berufsbildung aus.

  • Bundesebene

    Hauptausschuss im Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB)
    § 92 Berufsbildungsgesetz (BBiG)

    Der Hauptausschuss des Bundesinstituts für Berufsbildung ist das gesetzliche Beratungsorgan der Bundesregierung zu Fragen der Berufsbildung.

    Ausgewählte zentrale Aufgaben

    Der Hauptausschuss:

    • beschließt über die Angelegenheiten des Bundesinstituts für Berufsbildung, soweit sie nicht dem Präsidenten oder der Präsidentin übertragen sind
    • er berät die Bundesregierung in grundsätzlichen Fragen der Berufsbildung und kann eine Stellungnahme zu dem Entwurf des Berufsbildungsberichts abgeben
    • beschließt das jährliche Forschungsprogramm
    • kann Empfehlungen zur einheitlichen Anwendung des Berufsbildungsgesetzes geben

    Dem BIBB-Hauptausschuss gehören je acht Beauftragte der Arbeitgeber, der Arbeitnehmer und der Länder sowie fünf Beauftragte des Bundes an. Die Arbeitnehmerbeauftragten werden auf Vorschlag der auf Bundesebene bestehenden Gewerkschaften benannt. Die Berufungsperiode umfasst in der Regel vier Jahre.

  • Landesebene

    Landesausschuss für Berufsbildung bei der Landesregierung
    § 82, § 83 Berufsbildungsgesetz (BBiG)

    Der Landesausschuss für Berufsbildung (LAB) hat die Landesregierung in Fragen der Berufsbildung zu beraten.  Im Rahmen seiner Aufgaben hat er auf eine stetige Entwicklung der Qualität der beruflichen Bildung hinzuwirken.

    Der Landesausschuss für Berufsbildung (LAB) wird bei der Landesregierung errichtet. Die Arbeitnehmerbeauftragten werden auf Vorschlag der auf Landesebene bestehenden Gewerkschaften berufen. Der Berufungszeitraum (Amtsperiode) beträgt in der Regel vier Jahre.

    Der LAB setzt sich zusammen aus der gleichen Zahl von Arbeitnehmerbeauftragten und Arbeitgeberbeauftragten sowie Beauftragten der obersten Landesbehörde. Er kann zur Stärkung der regionalen Ausbildung- und Beschäftigungssituation Empfehlungen aussprechen.

  • Regionale Ebene

    Berufsbildungsausschüsse bei den zuständigen Stellen:
    §§ 77 - 80 Berufsbildungsgesetz (BBiG) / §§ 43 - 44b Handwerksordnung (HwO)

    Der Berufsbildungsausschuss, ist in allen wichtigen Angelegenheiten der beruflichen Bildung zu unterrichten und zu hören. Er beschließt von der zuständigen Stelle zu erlassende Rechtsvorschriften bzw. Stellungnahmen zur Durchführung der Berufsbildung. Im Rahmen seiner Aufgaben hat er auf eine stetige Entwicklung der Qualität der beruflichen Bildung hinzuwirken.

    Auf regionaler Ebene haben die „zuständigen Stellen“ zwingend einen Berufsbildungsausschuss zu errichten. Der Berufsbildungsausschuss ist ein Organ der zuständigen Stelle. Er gibt sich zu Beginn jeder Berufungsperiode eine Geschäftsordnung.

    Zu den zuständigen Stellen gehören für den gewerblichen Bereich 79 Industrie- und Handelskammern, für das Handwerk 53 Handwerkskammern und für die freien Berufe und den öffentlichen Dienst ca. 335 "sonstige zuständige Stellen" (z. B.  Rechtsanwaltskammern, Steuerberaterkammern, Landesversicherungsanstalt, Generalvikariate, Ärzte- und Zahnärztekammern).

    Eine aktuelle Übersicht über alle zuständigen Stellen bietet das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in der "Bekanntmachung des Verzeichnisses der anerkannten Ausbildungsberufe und das Verzeichnis der zuständigen Stellen" (BIBB/Themen/Berufe).

    Dem Berufsbildungsausschuss gehören sechs Beauftragte der Arbeitgeber, sechs Beauftragte der Arbeitnehmer und sechs Lehrkräfte an berufsbildenden Schulen an, die Lehrkräfte mit beratender Stimme.

    Prüfungsausschüsse der zuständigen Stellen
    §§ 39 – 41 Berufsbildungsgesetz (BBiG) / §§ 33 – 34 Handwerksordnung (HwO)

    Zur Abnahme von Abschlussprüfungen errichtet die zuständige Stelle Prüfungsausschüsse. Prüfungsausschüsse sind Organ der zuständigen Stelle. Sie haben innerhalb der zuständigen Stelle hinsichtlich der Abnahme der Prüfungen eine eigenständige, gesetzlich geregelte Befugnis.

    Der Prüfungsausschuss besteht aus mindestens drei Mitgliedern. Darunter Beauftragte der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer in gleicher Zahl und mindestens eine Lehrkraft einer berufsbildenden Schule. Die Mitglieder haben Stellvertreter/innen.

    Nähere Informationen zu Prüfungsausschüssen und zum Prüfungswesen finden sich auf dieser Homepage unter dem Hauptnavigationspunkt "Prüfungswesen".


Nach oben

RSS-Feed

Subscribe to RSS feed
Abonnieren Sie unsere neuesten Meldungen per RSS-Feed.

Bildungspolitik auf dgb.de

04.08.2017
"Das BAföG soll­te schnells­tens er­höht wer­den"
DGB/rawpixel/123rf.com
Immer weniger Schüler und Studenten erhalten BAföG, im letzten Jahr ging die Zahl um weitere 5,5 Prozent zurück. Das zementiere die soziale Spaltung, kritisiert DGB-Vize Elke Hannack - und fordert die Bundesregierung auf, diese Fehlentwicklung zu stoppen. „Um das BAföG zukunftsfest und zu einem Instrument des sozialen Ausgleichs zu machen, müssen die Förder- und Freibeträge angepasst werden.“
weiterlesen …

03.08.2017
Rücken­wind für en­ga­gier­te In­ter­es­sen­ver­tre­tun­gen
DGB/Jrg Stber/123rf.com
Wenn es in der Dienststelle mal wieder „brennt“, sind sie als Feuerwehrleute und Konfliktmanager dringend gefragt. Gleichzeitig werden von ihnen Ideen, Kreativität und Initiative gefordert. Außerdem sollen sie flexibel auf Veränderungen reagieren, die gesetzlichen Regelungen im Griff haben und als allzeit bereite Dienstleister für ihre Kolleginnen und Kollegen im Einsatz sein. Von wem ist hier die Rede? Klarer Fall: von Personalräten.
weiterlesen …

02.08.2017
In­te­gra­ti­on von Flücht­lin­gen in den Ar­beits­markt
Colourbox.de
Auch wenn das Thema Flüchtlinge nicht mehr die Medien beherrscht: Jetzt beginnt die eigentliche Integrationsarbeit und die Eingliederung in Arbeit und Ausbildung. Die neue Ausgabe von "Arbeitsmarkt aktuell" gibt einen Überblick über den aktuellen Stand der Entwicklung und zeigt, wo nachgebessert werden muss.
weiterlesen …

01.08.2017
Han­nack: Ganz­tags­schu­len för­dern Chan­cen­gleich­heit
DGB/Gennadiy Poznyakov/123rf.com
Vier Jahre nachdem der Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz in Kraft getreten ist, fordert der DGB nun auch den Rechtsanspruch auf einen Platz in der Ganztagsschule. "Nach dem Anspruch auf einen Kita-Platz ist dies die logische Konsequenz, wenn wir insgesamt eine gute Betreuungs- und Bildungsinfrastruktur haben wollen“, sagte die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack.
weiterlesen …