Deutscher Gewerkschaftsbund

Nachqualifizierung / Berufliche Weiterbildung

In den Berufsbildungsausschüssen, aber auch im Politikfeld Berufsbildung spielen immer wieder Themen eine Rolle, die eher am Rande der Berufsbildung nach dem Berufsbildungsgesetzes angesiedelt sind. Insbesondere Themen wie Nachqualifizierung und Berufliche Weiterbildung, die einen starken Bezug zur Arbeitsmarktpolitik und zu den Aktivitäten der Bundesagentur für Arbeit haben, sind dafür gute Beispiele.


Abschlussorientierte Qualifizierung Erwachsener

Auf den ausgesprochen berufsfachlich orientierten Arbeitsmärkten in Deutschland hat eine formale Qualifikation, vor allem eine berufliche Erstausbildung nach wie vor eine zentrale Rolle bei der dauerhaften Integration in Beschäftigung und die damit verbundene soziale und gesellschaftliche Teilhabe. Geringqualifizierte sind dabei einem hohen Risiko dauerhafter Prekarität und Erwerbslosigkeit ausgesetzt. Aus Sicht des DGB und seiner Gewerkschaften sind deshalb konsequente Weichenstellungen nötig, um Geringqualifizierten bessere Chancen auf den nachholenden Erwerb eines Berufsabschlusses zu ermöglichen. Der abschlussorientierten Weiterbildung (Umschulungen, Vorbereitungskurse zur Externenprüfung sowie modulare Nachqualifizierung) kommt hierbei eine Schlüsselrolle zu. Der DGB hat sich hierzu mit einem eigenen Positionspapier „Abschlussorientierte Weiterbildung schärfen und ausbauen“ Forderungen entwickelt.

Darüber hinaus hat sich auch der BIBB-Hauptausschuss mit dem Thema befasst und zwei Hauptausschuss-Empfehlungen beschlossen:


Teilqualifikationen

In den letzten Jahren werden immer wieder von unterschiedlichen Akteuren Teilqualifikationen (TQs) ins Spiel gebracht, wenn es um die Heranführung von Geringqualifizierten, Langzeitarbeitslosen und neuerdings von Geflüchteten an einen Berufsabschluss geht. Die Befürworter von TQs behaupten, dass die genannten Zielgruppen damit schrittweise ausgewähltes Fachwissen aus anerkannten Ausbildungsberufen erwerben und schnell für anspruchsvolle Tätigkeiten einsetzbar seien. Zudem seien TQs ein flexibles Instrument, die je nach Bedarf frei wählbar und an keine Reihenfolge gebunden seien. DGB und Gewerkschaften haben die Debatte um Teilqualifikationen immer kritisch begleitet. Im Bereich der Nachqualifizierung wird zunehmend auf dieses Instrument gesetzt.

KurzInfo "Teilqualifikationen als Instrument der Nachqualifizierung?"

Für den Umgang im Berufsbildungsausschuss mit Teilqualifikationen im Rahmen / in der Nachfolge der DIHK-Pilotinitiative gibt es eine Handreichung mit einigen Tipps und Hinweisen (Arbeitnehmervertreter/-innen in den BBA können die Information über das Kontakformular anfordern).


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