Deutscher Gewerkschaftsbund

Anerkennung ausländischer Qualifikationen / Validierung

Anerkennung ausländischer Qualifikationen nach BQFG

Das Gesetz zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen (BQFG, kurz: Anerkennungsgesetz) ist seit 2012 in Kraft. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat das Anerkennungsgesetz von Anfang an begrüßt und damit die Hoffnung verbunden, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, deren im Ausland erworbene Qualifikationen bisher nicht anerkannt wurden, eine Chance bekommen, ihre beruflichen Zeugnisse zu erweitern und damit ihre beruflichen Möglichkeiten zu verbessern.

Zur Novellierung des BQFG hat der DGB eine Stellungnahme veröffentlicht.

Das DGB-Bildungswerk BUND hat mit dem vom BMBF geförderten Projekt „Anerkannt!“ nicht nur Informationsmaterialien für betriebliche Interessensvertretungen entwickelt, sondern führt auch Tagungen, Seminare sowie Qualifizierungen zur Fachkraft Anerkennung durch. Weitere Informationen finden sich auf https://migration-online.de/.

Einen guten Überblick liefert auch die offizielle Seiter der Bundesregierung zur Anerkennung in Deutschland. Hier finden sich u.a. auch Daten und Fakten rund um das Thema Anerkennung.


Validierung

Bisher finden im deutschen Berufsbildungssystem - anders als in anderen europäischen Ländern - non-formal erworbene Kompetenzen, die z.B. in Weiterbildungsschulungen erworben wurden, ebenso wenig Berücksichtigung wie informell erworbene Kompetenzen (z.B. Berufserfahrung, berufliches Erfahrungswissen, Ehrenamtserfahrung etc.). Das soll sich nun ändern.

Das BMBF fördert seit 2016 das bei Industrie- und Handelskammern und Handwerkskammern angesiedelte Pilotprojekt "Valikom", das ein standardisiertes Verfahren zur Validierung beruflich relevanter Kompetenzen entwickeln und erproben soll. Die Bewertung der beruflich relevanten Kompetenzen soll sich an anerkannten Aus- und Fortbildungsabschlüssen orientieren und – wie bei Anerkennungsverfahren für ausländische Abschlüsse - im Sinne einer Gleichwertigkeit festgestellt werden. Damit sind erste Weichen für die Einführung eines nationalen Validierungssystems gestellt. 

Viele Fragen der Einführung und Umsetzung sind damit aber noch unbeantwortet. DGB und Gewerkschaften haben deshalb schon 2015 im Positionspapier „Beruflicher Erfahrung ihren Wert geben. Ankerpunkte und Anforderungen des DGB zur Validierung" grundsätzliche Anforderungen formuliert, um geregelte Validierungsverfahren auf das richtige Gleis zu setzen.


Ansprechpartner beim DGB-Bundesvorstand:

Mario Patuzzi


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